Kino-Leinwand mit flexibler Maskierung

Auf einer Leinwand in korrekter Breite macht das Filmschauen noch mehr Freude
Autor: Markus Wilczek, Münster, Deutschland

Leinwand mit flexibler schwarzer Maskierung

Diese selbst gebaute Leinwand hängt in meiner Studentenwohnung, in der ich ab und zu einen Film geniesse. Das Besondere ist der schwarze Rahmen: Für das Kinofeeling in den eigenen vier Wänden ist es wichtig, dass die Leinwand einen passenden schwarzen Rahmen (die sogenannte Maskierung) hat. So wird der gefühlte Kontrast vergrössert. Dank einer Lösung mit Magneten können die Bretter oben und unten an der Leinwand flexibel in der Höhe verstellt werden.

Rahmen und Bespannung selbst herstellen

Der Rahmen der Leinwand ist aus einem Shop, der auf Künstler spezialisiert ist ("Classic 45" bei der Firma Boesner) und musste nur zusammengesteckt werden.
Dann habe ich den Rahmen zunächst mit einem schwarzen Stoff (Bühnenmolton) und dann mit dem eigentlichen Leinwandstoff ("Operafolie", beide Stoffe bei der Firma Gerriets erhältlich) bespannt. Dazu mussten wir zu zweit den Stoff ganz straff um den Rahmen ziehen und halten. So konnte ich den Stoff Stück für Stück festtackern.
Von beiden Stoffen braucht man jeweils etwas mehr als für die sichtbare Fläche, bei meiner Leinwand mit 1,9 m x 1,1 m also mindestens 2 m x 1,2 m.

Seitliche Abgrenzung

An den Querseiten der Leinwand habe ich mit d-c-fix Veloursfolie (als Rolle mit 45 cm x 1 m in Bastelbedarfsläden und Baumärkten zu bekommen) einen etwa 5 cm breiten Rand abgeklebt. Das ist wichtig, damit das Bild seitlich klar abgegrenzt wird. Die grünen Markierungen werden unten erklärt.

Maskierung herstellen

Dann habe ich auf der Rückseite der Leinwand an 6 Orten zwischen Rahmen und Leinwandstoff (grün markiert im Bild oben) Lochbleche aufgeklebt.
Diese Bleche heissen auch Lochplatten und dienen normalerweise dem Verschrauben von Holzleisten. Ich habe meine Exemplare mit den Massen 6 cm x 20 cm x 1,5 mm (aus verzinktem Stahlblech) aus dem Baumarkt.
Die Maskierungsbretter sind aus Pappel-Sperrholz mit den Massen 1,9 m x 0,2 m x 6 mm. Ich habe die Bretter nebeneinander gelegt und dann jeweils 3 Scheibenmagnete 20 x 2 mm am inneren Rand oben und unten auf die Bretter geklebt. Dazu habe ich den hervorragenden UHU-Kleber verwendet.
Zusätzlich habe ich je einen Magneten in der Mitte der Längsseite an der Brettinnenseite befestigt. So entstanden zwei symmetrische, aber nicht deckungsgleiche Bretter mit je sieben Scheibenmagneten.
Anmerkung: wenn Ihnen das mit der asymmetrischen Verteilung der Magnete zu anstrengend ist, kleben Sie doch einfach in jede Ecke auf die Mitte der Längsseiten je ein Magnet, also 6 Magneten pro Brett.
Anschliessend lassen Sie die Bastelei über Nacht trocknen.
Diese Bretter lassen sich nun nach oben und unten verschieben. So ist die Maskierung aber natürlich noch nicht fertig!
Diese Bretter lassen sich nun nach oben und unten verschieben. So ist die Maskierung aber natürlich noch nicht fertig!
Abschließend habe ich auch die Bretter mit schwarzer d-c-fix Veloursfolie beklebt (benötigt etwa zwei Rollen).
Die Bretter halten dank der Anziehung zwischen Magneten und Blechen an der Rückseite fest auf der Leinwand.
So habe ich in rund 2 Stunden Arbeitszeit (plus Trocknen über Nacht) eine flexible Maskierung hergestellt .

Showtime!

Nun kann ich mühelos die Maskierung auf jeden Film perfekt einstellen!
Die beiden Bilder unten zeigen die beiden meistgebrauchten Einstellungen für Kinofilme (16:9 und 21:9).
Format 16:9
Format 16:9
Format 21:9
Format 21:9

Kosten

Noch einige Hinweise bezüglich Kosten dieses Projektes:
Der Rahmen kostet etwa 16 Euro, der Molton und der Leinwandstoff ist mit 70 Euro das teuerste am Projekt. Hinzu kommen rund 8 Euro für die Maskierungsbretter, 15 Euro für die d-c-fix-Folie sowie noch ungefähr 10 Euro für die Lochplatten und Tackerklammern. Die Kosten für die Magnete fallen kaum ins Gewicht.
Man landet also bei etwas über 100 Euro. Qualitativ unterscheidet sich meine Leinwand aber kaum von käuflichen Leinwänden, die bis zu 1000 Euro kosten. Die wenigen Firmen, die Projektionsleinwände herstellen, lassen sich ihre Arbeit äußerst gut bezahlen. Der Selbstbau lohnt sich also auf jeden Fall!

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